Kokos in aller Munde

Kokos ist in aller Munde: in frischer Form, als Kokosmilch, Kokosöl, Kokosriegel, Kokosflocken, zum Kochen, Backen, Braten, süß oder pikant.

 

Aber nicht nur das. Kokos ist auch auf jedermanns und -fraus Haut, auf Babypopo's, Brustwarzen stillender Mütter, als Deo unter Achseln und als Kur in den Haaren. Ja, Kokos(öl) ist ein Multitalent, wie es scheint. Und ich bin auf den Kokoszug aufgesprungen.

Ich kann einfach nichts dagegen machen: ich liebe Kokos!! Glück gehabt, dass es so gesund ist. Denn ich würde auch dafür sündigen...

 

Wobei ich sagen muss, dass ich den Kokosgeschmack zwar immer schon geliebt habe (spätestens seit meiner ersten Pina Colada ;-), aber die Verwendung von Kokosöl war neu für mich. Ich entdeckte es bald nach meiner diagnostizierten "Schwangerschaftsdiabetes" bei Kind Nr. 3., als ich mich auf die Suche nach allem machte, das mir dabei helfen könnte, möglichst ohne Insulin durch die Schwangerschaft zu kommen und dadurch die Möglichkeit einer natürlichen Geburt zu erhöhen (man sagte mir, dass spätestens nach Erreichen des errechneten Geburtstermins die Geburt wohl eingeleitet bzw. ein Kaiserschnitt gemacht wird).

 

Mittelkettige Fettsäuren

Bei meiner Recherche nach geeigneten Lebensmitteln stieß ich, wie gesagt, auf das Kokosöl. Aber warum ist Kokosöl so gesund?

Die mittelkettigen Fettsäuren, insbesondere die Laurinsäure, machen es zu einem gesunden Öl. In Bezug auf meine Schwangerschaftsdiabetes fand ich folgende Aussage relevant: "Mittelkettige Fettsäuren steigern ... die Insulinresistenz nicht, sondern können sie sogar senken. Die mittelkettigen Fettsäuren können außerdem die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse verbessern." (Königs, Peter: Das Kokosbuch, 2013, VAK Verlags GmbH)

 

Was mich zudem überzeugte ist, dass ich aufgrund meiner Ernährungsumstellung alternative Energielieferanten zu Kohlehydraten suchte (die ich weitestgehend aus meiner Ernährung strich, um meinen Blutzuckerspiegel im Zaum zu halten). Und in Kokosöl fand ich eine Alternative: Im Gegensatz zu Kohlehydrate wirkt sich Kokosöl nicht negativ auf den Blutzuckerspiegel aus, liefert aber schnelle Energie. Außerdem wird ein Teil der mittelkettigen Fettsäuren in Ketone umgewandelt, die 25 % mehr Energie produzieren als Glukose. D.h. Kokosöl wirkt in diesem Sinne leistungssteigernd (wird auch als Sportlernahrung eingesetzt).

Na, wenn das keine gute Nachricht für jede (werdende) Mama ist. Energie können wir ja nie genug haben, oder?

Und, man kanns glauben oder nicht, ich habe das Gefühl, dass der erhöhte Verzehr von Kokos(öl) sich sehr positiv auf meinen Energielevel und meine Gesundheit ausgewirkt hat.

 

"Kokosöl ist kein Wundermittel. Aber es ist erstaunlich, wie viele Krankheiten seine mittelkettigen Fettsäuren aufgrund ihrer ungewöhnlichen Eigenschaften und besonderen Verstoffwechselung mildern oder sogar verhindern können. Die positiven Wirkungen beeinflussen so viele Bereiche, dass man Kokosöl guten Gewissens als universelles Tonikum bezeichnen kann. Selbst Bereiche, auf die es nicht direkt einwirkt, werden indirekt gebessert, da es die Gesundheit insgesamt und damit die Selbstheilungskräfte unterstützt und den Körper in die Lage versetzt, sehr viele Krankheiten erfolgreich zu bekämpfen. Aber gerade diese so gesunden Fettsäuren stehen uns normalerweise nur aus zwei Quellen in größeren Mengen zur Verfügung: Während wir mit Muttermilch gestillt werden oder wenn wir Kokosöl verzehren." (ebd.)

 

Ja genau! Muttermilch enthält auch viele mittelkettige Fettsäuren. Die brauchen unsere kleinen Plagegeister nämlich dazu, genügend Ketone für das Wachstum des Gehirns zu produzieren, aber auch um das Immunsystem in seiner Entwicklung zu unterstützen. Und wenn man als Mama die richtigen Fette zu sich nimmt, kann man den Anteil der mittelkettigen Fettsäuren in der Muttermilch um ein Vielfaches steigern.

Also, Mütter dieser Welt: haut rein, wenn´s um´s Kokosöl geht.

 

Kokosöl für Babys und Kinder

Sobald wir unser Baby nicht mehr stillen, können wir mit Kokosöl dafür sorgen, dass es weiterhin ausreichend mittelkettige Fettsäuren zu sich nimmt. Ich versuche einfach jeden Tag Kokosöl bzw. Kokosprodukte, die ebenfalls das wertvolle Kokosöl enthalten, in den täglichen Speiseplan einzubauen: In den Babybrei, den Hirse- oder Haferflockenbrei zum Frühstück, als Brotaufstrich, als Kokos-Kakao oder Kokoscurry, zum Braten oder als kleine Süßigkeit zwischendurch (z.B. Kokosbusserln oder Stillkugeln/Energyballs). Da ich versuche die Verwendung von Kuhmilchprodukten zu reduzieren bin ich besonders Fan von selbstgemachter Kokosmilch und selbstgemachtem Kokos-Joghurt. Unten findet ihr die Rezepte dazu!Ich muss zugeben, dass das Kokosöl bei uns nicht nur in der Küche Verwendung findet sondern auch im Badezimmer: als Deo, Augencreme und in meiner Waschcreme, außerdem im Sommer als Zeckenschutz für die Kinder. Kokosöl soll auch wunderbar bei wunden Babypopos und rissigen Brustwarzen stillender Mütter helfen. Habe ich nie ausprobiert, klingt aber gut! Manch eine(r) von euch wird mich nun als Kokosfreak bezeichnen. Wohl wahr... aber vielleicht entdeckt auch ihr das Kokosöl für euch oder habt es bereits entdeckt und noch weitere Rezepte oder Anwendungsmöglichkeiten auf lager die ihr hier mitteilen wollt. Ich freue mich darüber!

Rezepte

Kokosjoghurt

- 800 ml Kokosmilch aus der Dose (2 Dosen)

- 200 ml flüssige Kokosmilch (Drink aus dem Tetrapak)

- 2 EL Ahornsirup1 TL Agar-Agar

- 1 Pkg Joghurt-Ferment (im Bioladen erhältlich)

 

Kokosmilch mit Ahornsirup und Agar-Agar aufkochen und abkühlen lassen (auf ca. 38 ° C).- Joghurtferment in etwas kalter Kokosmilch gut auflösen und in die warme Kokosmilch einrühren. Die Flüssigkeit in heiß ausgespülte Gläser füllen.- Ich decke die Gläser mit einem Stück Stoff ab, den ich mit Gummiband befestige.- Dann stelle ich sie ins Backrohr, schalte aber nur das Licht ein, keine Temperatur, das erzeugt eine gleichmäßige Wärme im Backrohr.- So lasse ich die Gläser 10-12 Stunden drinnen.- Dann das ganze umrühren, Deckel drauf und nochmal solange in den Kühlschrank.- Wer das Joghurt eher fester bzw. "topfig" mag, spannt über ein Sieb ein Geschirrtuch, gibt das fertige Joghurt hinein und lässt es abtropfen, bis die gewünschte Konsistenz entstanden ist.- Manchmal kann es vorkommen, dass das Joghurt eher klumpig ist aufgrund des Agar-Agars oder weil das Joghurtferment nicht gründlich genug verrührt wurde. Dann mixe ich das ganze einfach mit dem Stabmixer durch und, "voila", man erhält ein cremiges Joghurt.Natürlich ist das Kokosjoghurt nicht vergleichbar mit einem Kuhmilchjoghurt, aber es hat auch diesen säuerlichen Joghurt-Geschmack und es lässt sich wunderbar mit Früchten und Nüssen verfeinern. Viel Spaß beim Ausprobieren! 

 

Kokosmilch

1 Tasse Kokosflocken in Bioqualität mit der vierfachen Menge heißem Wasser übergießen, ein paar Minuten ziehen lassen, dann im Standmixer oder mit dem Stabmixer gut durchpürieren. Ein Geschirrtuch über ein Sieb spannen, alles abseihen und gut ausdrücken. In eine Glasflasche füllen. Im Kühlschrank aufbewahren!

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Quelle: Königs, Peter: Das Kokosbuch, 2013, VAK Verlags GmbH

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