LAUFEND ANS ZIEL

Laufen - für mich der ideale Sport
Laufen - für mich der ideale Sport

Folgende Szene hat sich so vor ein paar Monaten zugetragen:

 

"Ich gehe 3x pro Woche laufen!" Höre ich mich mit stolzgeschwellter Brust sagen.

 

Ich unterhalte mich gerade mit Freunden über eine gemeinsame Bekannte, die ich kürzlich beim Laufen getroffen habe.

 

"Ja, die geht zur Zeit 1x wöchentlich laufen", sagen meine Freunde in einem anerkennenden Ton.

 

"Ach ja? Super!", sage ich. Es folgt eine Pause und dann kommt dieser peinliche Satz, der beiläufig klingen sollte und sich doch irgendwie angeberisch anhört: " ICH gehe 3x die Woche laufen!"

 

Nach diesem "mit stolzgeschwellter Brust"-Satz fühle ich mich wie eine Fünfjährige. Wie eine kleine Angeberin. Wie Eine, die zeigen muss, dass sie neben drei Kindern auch noch regelmäßig Sport macht.

 

Abends musste ich nochmals über die Situation nachdenken. Warum hatte ich dieses ungute Gefühl, als ich sagte, dass ich 3x wöchentlich laufen gehe? Eigentlich war es doch nur ehrlich und authentisch. Ich freue mich tatsächlich darüber, dass es mir dieses mal, nach dem 3. Kind, gelungen ist regelmäßig Sport zu machen und es erfüllt mich mit Zufriedenheit, konsequent dieser Tätigkeit nachzugehen! Das teile ich mit meinen Freunden.

 

Ja, und nun teile ich es auch mit euch. Vielleicht hat ja manch Eine von euch auch schon vergeblich versucht etwas Sportlichkeit in den Alltag zu bringen. Bei mir hat es bisher nie so richtig geklappt.

 

Vor den Kindern gab es Phasen in meinem Leben, in denen ich mich als sehr sportlich bezeichnet hätte. Nach Kind Nr. 1 und Kind Nr. 2 fehlte Zeit, Energie und Motivation um regelmäßig Sport zu treiben. Etliche Versuche verliefen sich spätestens nach ein paar Wochen im Sand um dann in einem erneuten gescheiterten Versuch zu enden.

 

Zudem war ich der Meinung, dass ich neben den Kindern keine Energie für Sport hätte und dass ich mich mit den Kids genug körperlich betätige. Dass es aber einen Unterschied macht, ob ich mit den Kindern spazieren gehe, sie durch die Gegend schleppe, Einkäufe treppauf und Müll treppab schleppe oder eben alleine und entspannt ein paar Runden laufe, meinem jeweiligen Energielevel angepasst und frische Luft einatme und alle Anspannung des Tages "weglaufe", war mir zuerst nicht wirklich klar.

 

Einmal begonnen, wurde es nach ein paar Wochen Lauftraining zum "Selbstläufer". Die Motivation war dann einfach da. Es tat mir gut und gab mir Energie. Außerdem war es Zeit nur für mich. Außerhalb der Wohnung, ohne Kinder. Einfach nur ich.

 

Leider musste ich seit Mitte November bis vor kurzem pausieren, da die Kinder und mein Mann, ohne nennenswerte Unterbrechung, andauernd krank waren.

Meine Energien waren dadurch weitestgehend darauf konzentriert die kranken Familienmitglieder zu pflegen, den normalen Tagesablauf für den Rest der Familie halbwegs abzusichern und den Schlafmangel auszugleichen. Der Laufsport musste deshalb etwas zurückstecken. Und wie das so ist, wenn man länger nichts tut, verabschiedet sich die Motivation.

Vorteile des Laufens

Nach mittlerweile siebenwöchiger Laufpause, ist es Zeit wieder los zu starten, denn es ist deutlich spürbar welche Vorteile das Laufen für mich mit sich bringt:

 

… durch das Laufen baue ich Anspannung und Frustration ab.

 

… es ist für mich die einfachste Art in einen mediativen Zustand zu kommen, gedanklich abzuschalten und achtsam auf meinen Atem, meinen Herzschlag und meinen Körper zu achten.

 

… Laufen hilft mir aber auch Gedanken in Fluss zu bringen (z.B. Lösungen für Alltagsprobleme zu finden).

 

… ich fühle mich kräftiger und ausgeglichener

 

… Laufen stärkt meine körperliche Abwehrkraft

 

Verspannungen im Rücken sind seltener

 

… wenn ich regelmäßig laufe schlafe ich besser

 

… Laufen ist ein Sport den ich mit wenig Geld und wenig Aufwand in kurzer Zeit sehr effektiv betreiben kann und somit die wenigsten Widerstände und Ausreden liefert, es nicht zu tun.

Der Beckenboden

Auf was unbedingt zu achten ist, bevor man mit dem Lauftraining startet, ist der "Zustand" des Beckenbodens.

 

Laufen verursacht keine Beckenbodenprobleme, bringt diese jedoch ans Licht.

 

Nach einer Schwangerschaft und Geburt ist der Beckenboden logischerweise strapaziert und muss zuerst wieder gestärkt werden. Am besten ist zuerst Rückbildungsgymnastik zu machen bevor man mit dem Laufen startet.

 

Ich habe begleitend zum Lauftraining immer wieder kurze Beckenbodenübungen im Alltag eingebaut.

Quelle: pixabay.com
Quelle: pixabay.com

Mit dem Laufen beginnen

Ich habe mit dem Laufen wieder gestartet als mein Jüngster ca. 3 Monate alt war. Das war zwar sehr früh (zumindest für mein Empfinden), aber ich brauchte etwas Abstand zum Wahnsinn zu Hause (Kind Nr. 3 hat die ersten 4-5 Monate sehr viel von mir gefordert) und da war das Laufen für mich genau richtig. 

 

Ich bin es dieses Mal jedoch sehr langsam angegangen. D.h. ich bin ein paar Minuten gelaufen, 2 Minuten gegangen, wieder ein paar Minuten gelaufen, 2 Minuten gegangen. Zu Beginn reichten mir insgesamt 20 Minuten, die ich dann auf 30 Minuten ausbaute. Zudem verlängerte ich die Laufeinheiten und machte weniger Gehpausen, bis ich schlussendlich 30 Minuten am Stück gelaufen bin.

 

Nach dem gleichen Prinzip habe ich diese Laufzeit weiter ausgebaut.

Spaß und Körpergefühl laufen an vorderster Front mit

Trainingslehre ist mir, aufgrund eines kurzen Intermezzos mit der Sportuniversität und meiner Lehrwart-Ausbildungen, nicht ganz fremd.

 

Wenn ich mich jedoch zuerst damit auseinandersetzten muss, wie lange und in welcher Herzfrequenz ich laufen sollte, damit ich möglichst effektiv trainiere, dann starte ich erst gar nicht.

 

Für mich ging es in erster Linie darum einfach loszulaufen, mich nicht zu überfordern und wieder Spaß an regelmäßiger körperlicher Betätigung zu gewinnen. Und das gelang mir auch. 2-3 mal Laufen zählte von nun an (mit wenigen Ausnahmen) zu meinen wöchentlichen Aktivitäten. Taktgeber war mein Körper und der Spaß an der Sache. Kein Trainingsplan oder Herzfrequenzmesser.

 

Schon nach kurzer Zeit wusste ich, dass sich spätestens nach ein paar Minuten Laufen jede Anspannung löste und es sich gelohnt hat den inneren Schweinehund zu zähmen. Das machte es mir immer leichter am Abend noch meine Laufschuhe zu schnüren. Ab und zu bin ich auch mit Kind Nr. 3 im Kinderwagen Laufen gegangen, aber das ist erstens anstrengender und zweitens machte es mir nicht soviel Spaß zudem Babyboy lieber im Tragetuch die Welt entdeckte als im Kinderwagen.

 

Also: am besten alle Ansprüche bezüglich Trainingsplänen und sonstiger "Professionalität" über Bord werfen und einfach los legen. Bei mir hat sich nach einiger Zeit von selbst das Interesse daran entwickelt, meine Herzfrequenz zu überprüfen und anhand dieser meine Trainingseinheiten besser gestalten zu können. Darum habe ich mir eine Pulsuhr zugelegt, aber wirklich notwendig ist das nicht. Das wichtigste ist, wie gesagt, auf seinen Körper zu hören und nicht zu schnell zu starten. 

Motivation für´s Laufen finden

Die Motivation Laufen zu gehen wurde immer mehr, je regelmäßiger ich den Sport machte.

 

Da ich gerne den sportlichen Wettbewerb suche, habe ich mir ein paar kleinere Laufbewerbe herausgesucht und mich auf diese vorbereitet. Das gab mir zudem den Auftrieb regelmäßig dabei zu sein. Und es machte irre Spaß mit anderen Menschen zu laufen und meinen Kindern zu winken, die mich wie wild anfeuerten!

 

Was motiviert DICH, regelmäßig Sport zu treiben? Welche Motive stehen hinter diesem Wunsch? 

 

Jaaaa! Und obwohl es gestern das erste Mal so richtig geschneit hat, der Wind die Schneeflocken wie wild herumgetrieben hat, es dunkel war und der Weg unter einer dicken Schneeschicht begraben war, habe ich - das erste Mal seit 7 Wochen - meine Laufschuhe geschnürt, mich dick eingemummt und bin losgelaufen. WIE HERRLICH - EIN HOCHGEFÜHL!!

 

Nachdem ich mit roten Backen unser Wohnzimmer betreten habe und mein Mann gesehen hat, wie gut mir der Lauf getan hat, hat auch er sich noch motivieren können loszulaufen … mitten hinein ins Schneegestöber …

 

Ich wünsche auch dir die Motivation loszulaufen und Spaß daran zu haben! Ich freue mich darüber, von dir zu lesen!

 

Welchen Sport machst du? Was sind deine Antreiber? Wie organisiert du deine Sporteinheiten mit deinem Familienleben?

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