MASSAGE FÜR DICH UND MICH - Wochenstarter #7

Berührung tut gut; Quelle: pixabay.com
Berührung tut gut; Quelle: pixabay.com

Oh, wie schön! Wie gut tut das! Wie wundervoll ist es umarmt zu werden. Gedrückt zu werden. Festgehalten zu werden. Liebkost zu werden. Gestreichelt zu werden.

 

Es tröstet. Entspannt. Gibt Sicherheit. Lässt einen sich selbst und den anderen spüren. Zeigt (Körper)Grenzen auf ...

Berührung und Körperkontakt sind für uns lebensnotwendig. Ohne Berührung, ohne Nähe nimmt der Mensch Schaden.

 

Über Körperkontakt treten wir mit anderen in Beziehung.  Die Haut ist unser erstes Kommunikationsorgan.

 

Von der Geborgenheit, die das Baby in der Gebärmutter erfährt (Wärme, Nähe, Druck), kommt es in die Arme der Mutter, die es umschließt, festhält, ihm Wärme und Nähe gibt.

 

Bei einem Baby scheint dies meist selbstverständlich. Denn wir wissen: das alles braucht das Baby, um sich zu entwickeln.  Es wird herumgetragen, gestreichelt, es wird mit ihm geschmust. Man geht zur Babymassage oder massiert das Baby daheim am Wickeltisch.

 

Denn mit angenehmen Reizen über die Haut ist nicht nur Wohlbefinden verbunden, es ist auch grundlegend für die Entwicklung des Körperbildes - ein Gefühl für den eigenen Körper kann entstehen. Die Art und Weise der Kommunikation über die Haut hat maßgeblich Einfluss darauf, wie wir später mit anderen in Kontakt treten und somit sind positive Erfahrungen förderlich für befriedigende Beziehungen. Auch Selbstvertrauen und Selbstsicherheit sind mit positiven Erfahrungen in diesem Wahrnehmungsbereich verbunden.

 

Umso wichtiger ist es, dass angenehme taktile Sinnesreize über die Babymassage hinausgehen. Damit meine ich die alltägliche Umarmung, das Drücken und gedrückt werden, das liebevolle Herumtollen auf dem Boden, das Schmusen und Kuscheln genauso, wie die gezielte Massage von unseren Kindern.

 

Mit drei Kindern ist der Alltag recht gefüllt und an manchen Tagen auch überfüllt. Da bleibt oft wenig Platz und Zeit den Bedürfnissen jeden Kindes gerecht zu werden. Ruhe und Muße während des Tages ist oft "Mangelware" bei uns. Deshalb habe ich es mir angewöhnt, am Abend, wenn der Kleinste bereits schläft (der hat seine Massage am Wickeltisch erhalten, falls er Lust darauf hatte, denn momentan ist die Welt einfach zu spannend, als sie liegend am Wickeltisch zu verbringen), die beiden Großen zu massieren.

 

Jeden Abend wird es von Kind Nr. 1 und 2 eingefordert und genossen. Da es viel vom Tag zu berichten und zu fragen gibt, gibt es bei uns keine Massagegeschichte, sondern eine Massage, die ohne Worte auskommt. Während ich massiere, kann ich mit den Kindern noch "quatschen" bzw. ihnen zuhören.

 

Die hier vorgestellte Massage ist angelehnt an die Massage, wie sie in der Mototherapie nach Gudrun Kesper praktiziert wird, wobei meine "Variante" nicht so ausführlich und genau ist, da sie hier ja keinen Therapiezwecken dienen, sondern einfach dem Wohlgefühl und der Beziehungsarbeit genügen soll.

Massage für mein Kind

Quelle: pixabay.com
Quelle: pixabay.com

Bei dieser Massage wird der ganze Körper durchgearbeitet, wobei ich manchmal nur einen Teil mache, je nachdem was die Kinder mögen bzw. wieviel Energie ich selbst noch besitze. Die Kinder liegen bei der Massage in ihrem Bett und ich beginne bei dem Körperteil, der sich gerade anbietet.

Grundsätzlich "arbeite" ich mich jedoch wie folgt durch:

 

  • Hände: Handrücken und Handflächen ausstreichen, die Finger massieren
  • Arme: mit meinen Händen reibe/streiche ich die Arme aus; von der Schulter hin zum Handgelenk
  • Kopf: mit beiden Händen gleichmäßig kreisend massieren; wie bei einer Kopfmassage beim Friseur
  • Ohren und Gesicht leicht massieren bzw. ausstreichen; Hals und Nacken ausstreichen
  • Oberkörper und Bauch: beide Händen auf die Schultern legen und nach unten drücken und durchkneten; Brust und Brustbein mit den Fingerspitzen abklopfen; den Bauch kreisend im Uhrzeigersinn massieren
  • Rücken: mit flachen Händen den Rücken herab streichen, auf den Seiten wieder rauf; mit den Fingerspitzen den Rücken abklopfen, auch auf der Wirbelsäule und den Schulterblättern
  • Den Popo durchkneten
  • Füße: Fußsohle mit dem Daumenballen ausstreichen, ebenso den Fußrücken; Zehen massieren, Fußgelenke kreisen
  • Beine: ganzes Bein ausstreichen; zum Abschluss die Fersen in beide Hände nehmen und Beine nach oben heben - leicht rütteln und schütteln

Gute Nacht!

 

Falls ich schon sehr müde bin oder es schon sehr spät ist und ich nur eine kurze Massage-Einheit mache, massiere ich bevorzugt die Füße und Beine, da dies sehr schlaffördernd wirkt.

 

Massage für mich

Ruhe und Entspannung für Mama; Quelle: pixabay.com
Ruhe und Entspannung für Mama; Quelle: pixabay.com

Nicht nur für unsere Kinder ist Massage wohltuend und wichtig, auch wir Eltern brauchen das ganz dringend. Vor allem Mama´s mit Babies oder sehr kleinen Kindern sind vom vielen Tragen und Stillen verspannt.

 

Ich krieche in der Früh oft aus dem Bett und jeder Knochen bzw. alle Muskeln tun mir weh. Darum bin ich das vergangene Jahr alle 2-4 Wochen zum Physiotherapeuten und Shiatsupraktiker gegangen. Das habe ich mir gegönnt und es hat unglaublich gut getan.

Doch Abhilfe gegen die alltäglichen An- und Verspannungen muss ich mir selbst verschaffen.

 

Eine kurze aber angenehme und effektive Selbstmassage stelle ich euch hier vor.  Es ist eine aus dem Shiatsu entlehnte Klopfmassage. Sie entspannt und gibt gleichzeitig neue Energie.

Klopfmassage für Mama

  • Stell dich entspannt etwa hüftbreit hin
  • Klopfe mit den Fingerspitzen den Kopf, Gesicht und Nacken ab. Tue das solange es dir angenehm ist.
  • Starte nun in der Mitte der Brust und klopfe mit der flachen Hand hin zu deinem Arm und entlang der Arminnenseite hin zu deiner Handfläche und deinen Fingerspitzen. Dann klopfst du über den Handrücken und die Armaußenseite hinauf zur Schulter und zum Nacken.
  • Mache nun das Selbe auf der anderen Seite
  • Jetzt folgen Brust und Bauch. Klopfe wieder mit der flachen Hand diese Bereiche ab. So fest oder sachte wie es dir angenehm ist.
  • Nun wandere mit beiden Händen vom Bauch hin zu deiner Körperrückseite - in den Nierenbereich und zum Po. Klopfe Hüften, unteren Rücken und Po kräftig ab.
  • Folge dann dem Bein auf der Außenseite hinunter bis zu den Zehen.
  • Beide Seiten werden gleichzeitig "bearbeitet".
  • Wandere über die Zehen hin zum Innenrist des Fußes hinauf zu den Knöcheln und an der Innenseite des Beines zurück zum Bauch
  • Wiederhole diesen Ablauf mehrmals

In diesem Sinne viel Entspannung euch und euren Kids. Das nächste Mal zeige ich euch wie ein Tennisball eure Muskeln lockern kann ;-)