Camping oder Hotel? Urlaub mit Kind(ern)

Sonne, Meer, Sand, gutes Essen, raus aus den Alltagsverpflichtungen, Abwechslung, Zeit-haben …

Jaaa -ich komme gerade aus dem Urlaub. Zwei Wochen lang genossen meine Lieben und ich die griechische Sonne.

Was kann ich euch von unserem Urlaub erzählen? Von einem Urlaub mit Kindern …. Hmmm ….

Yvi von mamasdaily.net ruft zu diesem Thema zur Blogparade auf.

Ich komme gerade aus dem Urlaub, also kann ich etwas dazu sagen. Außerdem bin ich heuer das sechste Mal mit Kind auf Urlaub gefahren - zuerst mit einem, dann mit zwei und die letzten zwei Mal mit drei Kindern. Ich habe also durchaus etwas Erfahrung in Sachen Urlaub mit Kindern. Außerdem liebe ich Urlaub - wer tut das nicht?

 

Mit Urlaub verbinde ich Entspannung, Erholung, Abenteuer, Abwechslung zum Alltag, Füße in den Sand stecken, Neues entdecken, Leben nach Lust und Laune, raus aus den Alltagsverpflichtungen, rein ins Vergnügen, einfach nur sein, durchatmen, Zeit haben .... Jaaaa - genau das fällt mir ein, wenn ich an Urlaub denke. Schön, oder?

 

 

Wenn die Kinder aber fragen: "Mama, wann fahren wir nach Urlaub?", fallen mir noch andere Dinge ein: planen, einkaufen, zusammenpacken, anstrengend, ganz normales Alltagschaos in fremder Umgebung meistern und somit unter erschwerten Bedingungen, Mücken, Schlafmangel (noch mehr als sonst), kranke Kinder, hoffentlich genügend Wein, laute Zeltnachbarn, … soll ich fortfahren? Okay - ich muss zugeben, das klingt etwas pessimistisch. Doch eines schon vorweg: Der diesjährige Urlaub hat mich etwas versöhnt mit "Urlaub fahren mit Kindern". Außerdem hatte ich schon viele schöne Urlaubserlebnisse mit meiner Familie. Aber, das muss ich zugeben, der Urlaub vom letzten Jahr hat mich etwas verkrault. Das hat schon bei den Vorbereitungen angefangen und damit aufgehört, dass ich anstatt der geplanten 3 Wochen schon nach zwei Wochen heim wollte. Und das haben wir dann auch gemacht.

 

Aber jetzt nochmal von Anfang an: Urlaub zu machen war für mich nie ausschließlich "faul sein" und "nix tun". Ich wollte was erleben, was sehen, Dinge tun die ich gerne mache, für die ich aber sonst viel zu wenig Zeit habe wie z.b. Klettern gehen, Mountain-biken und wandern oder Dinge tun, die ich noch nie gemacht habe. Natürlich gehörte auch Erholung und "Seelebaumelnlassen" dazu. Also eine gute Kombi aus Action und Entspannung. Ohne Kinder war das ja kein Problem: nach dem "Abenteuer" gab´s zuerst eine schöne Dusche und dann konnte man bei einem Glas Wein in der Hängematte ausruhen bevor man ganz entspannt zum Abendessen ins Städtchen spaziert, um dann müde, zufrieden und vielleicht auch etwas beschwipst in den Schlafsack zu sinken und dann so lange zu schlafen bis ... ja, wie lange, war eigentlich unerheblich. Es war ja niemand da, der versorgt, bespielt oder sonst irgendwas wollte (es waren aber auch keine kleinen Körper neben einem, die sich noch "bettwarm" an einen kuscheln und ein feuchtes Bussi ins Gesicht drücken - das nur am Rande). Ja, und wenn man dann genug gefrühstückt, Kaffee getrunken und gerastet hatte, konnte man sich evtl. zu einer weiteren Kletterpartie oder Mountainbike-Runde entschließen oder man verbrachte den Tag faul am Strand oder in der Hängematte. Gerade nach Lust und Laune.

 

Mein Mann und ich waren von jeher mit dem Zelt unterwegs. Das wollten wir auch mit Kind beibehalten und so war unser erster Urlaub mit unserem damals 6-monatigem Sohn ein Campingurlaub in der Toskana. Es war aufregend, spannend und schön. Aber eben anders als ohne Kind und - eben auch anstrengender. So kam es, dass ich nach dem Urlaub eigentlicher müder war als vorher.

Auch den nächsten und übernächsten Urlaub verbrachten wir auf Campingplätzen auf Korsika bzw. Sardinien. Dort schon mit zwei Kindern. Die Kinder genossen es, auf dem Campingplatz mit dem Laufrad unterwegs zu sein, viele Spielkameraden zur Verfügung zu haben und den ganzen Tag draußen zu verbringen. Auch ich fand es schön, aber nach drei Wochen Camping (mit mehrmaligem Campingplatzwechsel - schließlich wollten wir ja was sehen ;-)) war ich k.o. Der Schlafmangel, der mit so kleinen Kindern eh normal ist (zumindest bei vielen Eltern) und im Urlaub auch nicht weniger wird, das ständige Zusammenpacken der Campingsachen, der Anspruch einen aufregenden, heißt aktiven Urlaub mit den Kindern zu verbringen und die Tatsache, dass schwierige Phasen auch im Urlaub keine Pause machen, zehrten an meinen Energiereserven und machten den eigentlich schönen Urlaub etwas madig. Ich merkte, dass ich bei der Urlaubsplanung auch etwas mehr auf meine Ressourcen achten musste und nicht versuchen sollte ALLE Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Das war auch der Grund warum ich letztes Jahr gegen einen Camping-Urlaub mit Zelt war. Ich wollte nicht schon wieder soviel Zeug zusammenpacken (wisst ihr eigentlich, was man für einen Campingurlaub mit Zelt für drei kleine Kinder und 2 Erwachsene alles braucht? - zum davon laufen - ehrlich…) und mich einfach mal ganz banal zu einem gedeckten Frühstückstisch setzen, der dann sogar wieder abgeräumt wird. Auch die Vorstellung nicht täglich mit dem Gaskocher ein wohlschmeckendes Essen zubereiten zu müssen, war verlockend. ... Ich wurde jedoch vom Rest der Familie überstimmt und somit wurde der Campingurlaub beschlossene Sache. Das brachte allen eine schlecht gelaunte Mama und Ehefrau ein und raubte mir die Vorfreude auf den Urlaub. Ich brauche, glaube ich, nicht dazu sagen, dass das eher schlechte Wetter (obwohl August war), der überfüllte und laute Campingplatz und kranke und zahnende Kinder nicht gerade dazu beitrugen, das Urlaubserlebnis aufzuwerten. Aber dieses Mal, ja dieses Mal sollte alles anders werden...

Quelle: pixabay.com
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Ich verkündete schon Ende letzten Jahres meiner Familie, dass ich mich dieses Mal weigere, einen Campingurlaub zu machen. Nicht, dass man mich falsch versteht: ich finde Camping Urlaub spitze. Ich liebe es den ganzen Tag draußen zu sein, der Natur (je nach Campingplatz ) näher zu sein als im Hotelzimmer, und beim Einschlafen den unglaublich vielen Geräusche zu lauschen, die einen umgeben. Ich finde es den idealen Urlaub für Kinder, weil alleine das Zelten schon Abenteuer genug ist: Das Aufstellen des Zeltes, das Lauschen der gute Nacht Geschichte hineingekuschelt in den Schlafsack, den ganzen Tag draußen zu sein und viel Freiraum zu haben.

 

Dies ist in Hotelanlagen meistens nicht möglich. Das alles und noch mehr Vorteile gibt es für mich bei einem Campingurlaub, aber ich für mich habe beschlossen, dass man all dies erst genießen kann, wenn die Kinder schon etwas größer sind. Und deshalb gibt es für mich 2017 nur die Option eines Hotelurlaubs mit Flug und ohne anstrengende, stundenlange Anfahrt zum Urlaubsort. Außerdem weiß ich, dass es dieses Jahr finanziell noch leichter möglich sein wird, so einen urlaub zu machen: wir können in der Vorsaison fahren und wir zahlen noch nicht für alle drei Kinder.

 

Also wirdg ebucht: ein wunderschönes Hotel mit Pool auf Chalkidiki. Und wir werden nicht enttäuscht. Allen gefällt der Urlaub, obwohl oder vielleicht gerade weil es kein Campingurlaub ist. Mit einer entspannten und zufriedenen Mama urlaubt es sich eindeutig besser.

CAMPING ODER HOTEL? Pro und Contra

Hier für euch nochmal meine Pro´s und Contra´s von Campingurlaub und Flugreise mit Hotelaufenthalt zusammengefasst:

Camping

Quelle: pixabay.com
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PRO:
  • Für alle Individualreisenden
  • Viel frische Luft
  • Abenteuerfeeling
  • Natur, Natur ...
  • Viel Freiraum für Kinder
  • Kinder werden in den seltensten Fällen als störend empfunden; in Hotels ist man als Eltern eher unter Druck, die kleinen Wildfänge zur Ruhe anzuhalten. Gefällt der Campingplatz oder der Ort nicht, kann man einfach weiterziehen.
  • Campen ist mit steigender Kinderzahl einfach die finanziell günstigere Variante

CONTRA:

  • Meist lange Anfahrtszeiten, die sehr anstrengend sein können, insbesondere dann wenn man sich weigert, die Kinder stundenlangen mit Filmchen still zu halten.
  • Auf manchen Campingplätzen können die Toilettanlagen durchaus eine Herausforderung darstellen. Von sauber keine Rede.
  • Nachts zur Toilette? Das kann ein langer Weg sein und so wurde meine Blase oft schon einer Dauerbelastung ausgesetzt ...
  • Kochen, den Abwasch machen, Ordnung halten, waschen, die Schlafsäcke Kleintier- und Sandfrei halten,... ja das muss man auch im Urlaub machen!!
  • So "naturnah" sind manche Campingplätze leider nicht mehr: Animation, Kinderkarusell und Spielhölle und nicht zu vergessen der Diskolärm oft bis späääät in die Nacht, statt Grillengezirpe ...
  • Vor dem Urlaubsstart heißt es unzählige Dinge zusammenzupacken und irgendwie im Auto so zu verstauen, dass der Personentransport auch noch gewährleistet ist.
  • Und nach der Rückkehr soll alles wieder seinen Platz finden. Bei uns dauert das bis zu einer Woche ...

 



Flugreise mit Hotelaufenthalt

Quelle: pixabay.com
Quelle: pixabay.com

PRO:

 

  • Einmal gebucht, muss man sich um fast nix mehr kümmern
  • Eine Tasche pro Person muss/darf gepackt werden. Nicht mehr und nicht weniger. Wie erholsam!!!Keine Schlafsäcke, kein Zelt, kein Tisch, keine Stühle, kein Besteck oder Geschirr, kein Gaskocher oder irgendetwas anderes.
  • Man muss sich nicht um die Verpflegung kümmern. Man setzt sich an den gedeckten Frühstückstisch und hat man sich den Bauch vollgeschlagen, wird sogar wieder alles abgeräumt.
  • Auch beim Abendessen verlangen die Kellner nicht von einem auf und abzudecken. Wie herrlich!!!
  • Die Betten werden gemacht, der Boden gewischt und frische Handtücher hängen einfach so da ... kaum zu glauben!!

 

 

CONTRA:

 

  • Flug und Hotel sind, insbesondere wenn man in der Hauptsaison fahren muss, teurer als ein Campingurlaub (vorausgesetzt man hat die Campingausrüstung; die ansonsten ja auch recht teuer ist bis man alles hat)
  • War die Hotelauswahl ein "Griff ins Klo" muss man die gebuchte Zeit damit leben. Ein Wechsel ist nicht so leicht möglich.
  • Kinderfreundlich oder nicht? Im Hotel haben die Kinder nicht so viel Freiheiten wie auf einem Campingplatz. Laute Kinder Erden eher als störend empfunden.

Und wie war euer Urlaub so?

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Kommentare: 1
  • #1

    Yvi (Donnerstag, 06 Juli 2017 19:07)

    Hallo Bianca,

    vielen Dank für deinen aufschlussreichen, wunderbaren Beitrag zur Blogparade!

    Herzliche Grüße

    Yvi